Collage mit Gütesiegel

Bestes BID 2010

 

Das Gießener Erfolgsmodell im Einzelhandel: Die Business Improvement Districts (BIDs) stehen zur Verlängerung an.

Nach den beiden erfolgreichen Laufzeiten (01.10.2006 – 30.09.2011 und 01.01.2012 – 31.12.2016) hat der BID-Seltersweg e.V. die Verlängerung in eine 3. Laufzeit beantragt, um für die prognostiziert schwieriger werdenden Zeiten im stationären Einzelhandel (ifo Institut Köln: 50.000 EH-Geschäfte schließen in Deutschland bis 2020) die entsprechenden Maßnahmen vorzunehmen.

 
BIDs sind auf gesetzlicher Grundlage verankerte Zusammenschlüsse von Hauseigentümern in Geschäftsquartieren, die sich für den Bestand und die Weiterentwicklung ihrer Standorte engagieren und für deren Maßnahmen gemeinsam veranlagt werden. Die Gießener BIDs (2006 als erste BIDs in einem Deutschen Flächenstaat gegründet) haben Vorbildcharakter und werden aus ganz Deutschland immer wieder aufgesucht, um als Beispiel für neue BID-Projekte zu dienen. Gerade die Gründungsphase wurde von intensiver Mitwirkung der IHK Gießen-Friedberg begleitet.
 
Der Seltersweg wurde 2010 vom DIHK als „Bestes BID Deutschlands“ ausgezeichnete und stand 2014 ein weiteres Mal auf dem Siegertreppchen. Wertentwicklung, Mietpreisstabilität, Aufenthaltsqualität und koordinierter Branchenmix sind die Ergebnisse, die durch die BID-Maßnahmen erwirkt werden konnten.
 
In der dritten Laufzeit soll bspw. die bisherige erfolgreiche Profilbildung der „Marke Seltersweg“ in – mindestens - Mittelhessen weiter ausgebaut werden, um die Attraktivität des Standortes bei Kunden und potentiellen Mietern weiter zu stärken und dem Niedergang deutscher Innenstädte entgegen zu wirken. Hierzu gehören Maßnahmen zur Frequenzsteigerung. Diese können nicht von einzelnen Quartieren alleine gestaltet werden. Sie müssen in die Strahlkraft der gesamten Stadt Gießen eingebettet sein. Es gilt daher, die integrativen Maßnahmen in einem ausgebauten Netzwerk treibend zu forcieren.
 
Ohnehin wird „Frequenz“ und Aufenthaltsqualität der Prüfstein für die kommenden Jahre sein. Alle Aktivitäten müssen darauf ausgerichtet sein, der derzeitig allgemeinen Entwicklung entgegenzuwirken.
 
„Wohlfühloasen und Treffpunkte“ sowie magnetisierende Events, Angebote und deren Vermarktung - bilden dabei den Fokus.
Nachdem als Basis in den vergangenen 10 Jahren beeindruckende infrastrukturelle/bauliche
Maßnahmen mit nachhaltigem Charakter umgesetzt wurden, soll ein Schwerpunkt der Erhalt, die Pflege und Wartung sowie die Modernisierung der Errungenschaft bilden.
 
Dies gilt auch für die aufgebauten Vernetzungen der BIDs, die den Servicegedanken, die kurzen Wege zu den Behörden und Ämtern und die Integration des Selterswegs in die relevanten Stadtentwicklungsprozesse und -entscheidungen gewährleisten.
An dieser Stelle ist die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen BIDs, Stadtverwaltung und parteiübergreifender Politik zu unterstreichen.
 
Ein weiterer – neuer und heutzutage unverzichtbarer - Baustein wird die Verankerungen in den „Neuen Medien“ sein. Gewährleistung des Free-Wifi sind gerade für eine Universitätsstadt essentiell. Die umgesetzte Seltersweg-App wurde bereits in die übergeordnete Gießen-entdecken-App integriert. Homepage und Soziale Medien bilden eine ausgezeichnete Basis, mit den allgemeinen Entwicklungen schrittzuhalten. In der kommenden Laufzeit muss es Aufgabe der BIDs sein, diese lebendig mit attraktiven Inhalten zu füllen, die Geschäfte noch stärker darin zu integrieren, und so den Brückenschlag zum stationären Einzelhandel im Seltersweg auszubauen.
 
In einem kontinuierlichen Prozess unter Eigentümern mit Einbezug des Handels, der Stadt sowie Erhebungen durch die Justus Liebig Universität Gießen und weiteren Institutionen wurde der vorliegende Maßnahmenkatalog entwickelt.